„Und was nehme ich stattdessen?“ Fünf Wörter, die die ganze Fax-Debatte auf den Punkt bringen – gestellt von einer Medizinrechtlerin, die täglich mit Ärzten, Laboren und Kliniken kommuniziert. Ihr Problem: Verschlüsselte E-Mail scheitert daran, dass die Gegenseite sie nicht empfangen kann.
Dieser Beitrag knüpft an unsere Einordnung zum Faxverbot in Österreich an und fragt: Warum überlebt das Fax trotz aller Kritik?
Warum das Fax überlebt
In der Debatte kamen viele nachvollziehbare Gründe zusammen: Krankenhausprozesse sind millimetergenau aufs Fax abgestimmt. Sichere Alternativen überfordern im Alltag – am Ende teilen sich alle einen Account, unsicherer als das Fax davor. Ein Pflegedienst schaltete das Fax konsequent ab und kassierte einen Shitstorm der Arztpraxen. Und bei über der Hälfte der Neuinstallationen wird das Fax bis heute mitbestellt.
Das eigentliche Loch: KIM endet an der TI-Grenze
KIM funktioniert – aber nur innerhalb der Telematikinfrastruktur. Wer draußen steht, hat keinen gemeinsamen sicheren Kanal: Pflegedienste ohne TI-Anschluss, Arbeitgeber, Patienten – und alle, die eine Praxis von außen erreichen müssen. Solange das so ist, bleibt das Fax der kleinste gemeinsame Nenner. Andere Länder zeigen den Kontrast: ein digitales Zertifikat, das überall gilt – Sozialversicherung, Finanzamt, Gesundheitssystem.
Deutschland hat Inseln gebaut
KIM für die, die in der TI sind. Nichts für alle anderen. Und die DE-Mail, die das mal lösen sollte, wird Ende 2026 eingestellt. Das Fax ist nicht das Problem – es ist die Brücke zwischen Inseln, die nie verbunden wurden. Und wer eine Brücke abreißen will, sollte vorher die neue gebaut haben.
Stand: Juli 2026. Einordnung, keine Rechtsberatung. Interner Link zum Faxverbot-Artikel beim Website-Einbau setzen.
