„Ihre Arztpraxis hat gerade auf Ihre Patientenakte zugegriffen.“ Solche Push-Nachrichten bekommen Patienten seit dem 1. Juli 2026 aufs Handy — in Echtzeit. Viele Praxen wissen es noch nicht.
Was sich seit dem 1. Juli ändert
Die ePA-Apps der Krankenkassen werden seit dem 1. Juli schrittweise aktualisiert. Versicherte wählen selbst, worüber sie informiert werden: neuer Befund, neuer Entlassbrief — oder der Zugriff einer Praxis auf ihre Akte. Bisher standen Zugriffe in einem Protokoll, das kaum jemand öffnete. Jetzt erscheinen sie auf dem Sperrbildschirm.
Jeder Zugriff wird sichtbar — auch der legitime
Nach dem Einlesen der Karte gilt die Berechtigung standardmäßig 90 Tage. Ein Zugriff drei Wochen nach dem Termin — etwa um einen Befund nachzutragen — ist Routine. Der Patient sieht aber nur die Nachricht, nicht den Kontext.
Der Erklärungsbedarf landet am Empfang
Und die Frage des Patienten landet nicht bei der gematik. Sie landet am Empfang, bei der MFA, zwischen zwei Telefonaten — genau dort, wo heute schon am wenigsten Zeit ist. Transparenz ist richtig. Aber sie erzeugt Erklärungsbedarf.
Was jetzt hilft
Einmal intern klären, wer wann warum auf Akten zugreift — und dem Team eine einfache Standardantwort geben, bevor die erste Nachfrage kommt.
Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag ordnet die Einführung ein und ersetzt keine Rechtsberatung.
