„50 Diktate. Jeden Abend.“ Das hat uns ein niedergelassener Dermatologe erzählt, als wir mit ihm über seinen Praxisalltag gesprochen haben. Nicht 50 Diagnosen – die waren längst gestellt. 50 Diktate, aus denen anschließend Arztbriefe werden müssen.
Der Weg jedes einzelnen Diktats
Aufnehmen. Abhören und interpretieren. Brief schreiben. Im PVS dokumentieren. An Kollegen, Labor oder Patienten versenden – je nach Empfänger per KIM, Post oder Fax. Dazwischen: Pathologiebefunde, die über drei verschiedene Kanäle eintreffen und von Hand zugeordnet werden.
95 Prozent Erstellung, 5 Prozent Kontrolle
Sein Satz, der hängen geblieben ist: Die Erstellung macht 95 Prozent der Arbeit, die ärztliche Kontrolle den Rest. Anders gesagt: Der Teil, für den es die Ärztin oder den Arzt braucht – prüfen, entscheiden, verantworten – ist der kleinste. Der Rest ist Übertragungsarbeit zwischen Systemen, die sich nichts zu sagen haben.
Warum es die Dermatologie besonders trifft
Mit ihrer hohen Befunddichte – Verlaufskontrollen, Histologien, Screening-Dokumentation – erzeugt jeder Kontakt Dokumentation, und fast jede Dokumentation wird mehrfach angefasst. Dabei wäre die richtige Arbeitsteilung klar: Aus dem Diktat entstehen Brief, Karteieintrag und Versandauftrag in einem Fluss – und die Ärztin macht das, was nur sie kann: prüfen und freigeben.
Fazit
Dass es so selten so läuft, liegt nicht an fehlender Technik, sondern daran, dass Diktiergerät, PVS und Versandwege nie als ein Ablauf gedacht wurden. Genau hier setzen wir für die Dermatologie an.
Einordnung aus einem Discovery-Gespräch, anonymisiert.
